SPKF-Jahresbericht 2021

Die Papierindustrie hatte, wie viele andere Branchen, im Jahr 2021 mit Lieferengpässen zu kämpfen. Dies einerseits beim Altpapier aber auch bei den Zellstoffen. Altpapier war im Berichtsjahr in ganz Europa rar. Papierfabriken benötigten dringend alte Ware, um neue herzustellen. Der Umfang der Zeitungen und des Werbematerials nahm während der Pandemie weiter ab. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Verpackungsmaterialien. Der Kampf der verschiedenen Papierhersteller um das Rohmaterial trieb die Preise in ganz Europa in die Höhe. Altpapier kostete Ende Berichtsjahr zwei- bis dreimal mehr als anfangs Jahr. Zudem ist die Herstellung von Papier ein energieintensiver Prozess und die stark gestiegenen Energiepreise verteuerten die Produktionskosten zusätzlich.

Die Mehrheit unserer Mitgliedfirmen konnten ihren Umsatz steigern, einige stagnierten und wenige erlitten Verluste. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Mitgliedfirmen 1,39 Mio. Tonnen Papier, Karton und Folien produzierten und 1,54 Mia. Franken Umsatz generierten. (Beim Umsatz veröffentlicht eine grössere Firma nur den gesamten Gruppen-Umsatz, darum fällt dieser etwas höher aus.)

Im Berichtsjahr sind 5.89% mehr Papier und Karton durch Schweizer Papierfabriken ausgeliefert worden, wobei vor allem Zeitungspapier (+17.36 %) und grafische Papiere (+10.46 %) mengenmässig stark zulegen konnten, auch weil diese Sparten im Vorjahr sehr gelitten hatten. Der gesamte Verbrauch des Papiers stagnierte gegenüber Vorjahr, jedoch gab es bei den einzelnen Papieren stärkere Schwankungen.

Der SPKF gab mit der Gewerkschaft der Schweizer Papierindustrie (SPV) am 1.1.2020 einen neuen Gesamtarbeitsvertrag heraus, welcher bis zum 31.12.2023 Gültigkeit hat. Der GAV gilt für die Mehrheit der Betriebe der Papierbranche. Der GAV bildet auch die Grundlage für die Paritätische Kommission und für die Verwendung der Gelder aus dem Ausbildungs- und Förderungsfonds (AFF). Im Berichtsjahr wurde der GAV gut angewendet. Mit der Annahme des Vaterschaftsurlaubs stand bereits die erste Anpassung des GAVs an. Der SPKF hat diesbezüglich mit der Gewerkschaft der Schweizer Papierindustrie (SPV) verhandelt und gemeinsam eine für die Arbeitnehmer grosszügige Regelung beschlossen, welche ab 1. Januar 2021 in Kraft trat.

Bei der Ausbildung der Berufsleute arbeitet der SPKF eng mit der Papiermacherschule Gernsbach (D) zusammen, wobei ein Mitglied des SPKF im Vorstand des Förderverein Papierzentrum Gernsbach (FÖP) mitwirkt. Im Jahr 2021 hat eine Person aus der Schweiz die Fachschule Papiererzeugung erfolgreich abgeschlossen. Zudem haben drei Lernende aus der Schweiz die Ausbildung zum Papiertechnologen bzw. zur Papiertechnologin bestanden. Für die Schweizer Betriebe ist es eine hervorragende Lösung, dass der Berufsschulunterricht in Gernsbach und die berufsbegleitenden Ausbildungsangebote in Steyrermühl absolviert werden können.

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