Gesamtarbeitsvertrag

Das Kernelement der Sozialpartnerschaft in unserer Branche ist der Gesamtarbeitsvertrag. Der SPKF regelt gemeinsam mit der Vertragsgewerkschaft SPV (Gewerkschaft der Schweizer Papierindustrie) in einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unter anderem die wesentlichsten Arbeitsbedingungen, die betriebliche Mitwirkung und das Verhalten bei Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen. Er garantiert den Mitarbeitenden der unterstellten Mitgliedfirmen fortschrittliche Arbeitsbedingungen, die weit über das gesetzliche Minimum hinausgehen. Die Gewerkschaft verzichtet im Gegenzug auf jegliche Kampfmassnahmen. Allfällige Konflikte werden innerhalb dieser Sozialpartnerschaft untereinander, d.h. nicht durch zivile Gerichte, gelöst. Für die Konfliktbeilegung sind im GAV klar definierte Prozesse vorgegeben. Der GAV wird regelmässig erneuert.

Die aktuelle Version trat am 1.1.2020 in Kraft und hat Gültigkeit bis zum 31.12.2023. Die Änderungen des neuen GAV sind allesamt positiver als beim letzten GAV. Unter anderem stehen den Arbeitnehmenden mehr Ferien zur Verfügung: ab dem 50. Altersjahr erhalten sie 30 Tage Ferien. Die Schichtzulagen und der Mindestlohn wurden erhöht und die Kündigungsfristen vereinfacht. Die Arbeitszeiterfassung wurde neu analog des aktuellen Gesetzes geregelt. Mit der neuen Opting-Out-Regelung können Firmen dem Verband beitreten, auch wenn sie den GAV nicht anwenden möchten. Die Mehrheit der Betriebe der Papierbranche setzen jedoch den GAV für ihre Mitarbeiter ein. Der GAV bildet auch Grundlage für die Paritätische Kommission und für die Verwendung der Gelder aus dem Ausbildungs- und Förderungsfonds (AFF).

Gesamtarbeitsvertrag der Schweizer Papierindustrie, GAV 2020
Art. 8 Abs. 2 ist vom Seco noch zu genehmigen. Danach erfolgt der Druck

GAV - Gesamtarbeitsvertrag

Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem bisherigen GAV

 

Was ist ein Gesamtarbeitsvertrag?

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO informiert über den Gesamtarbeitsvertrag

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ist ein Vertrag zwischen Arbeitgebern oder Arbeitgeberverbänden und Arbeitnehmerverbänden zur Regelung der Arbeitsbedingungen und des Verhältnisses zwischen den GAV-Parteien. Er ist in den Artikeln 356 bis 358 des Obligationenrechtes geregelt.

Auf der Arbeitgeberseite kann ein Arbeitgeber oder können mehrere Arbeitgeber oder Arbeitgeberverbände, auf der Arbeitnehmerseite immer nur ein Arbeitnehmerverband (Gewerkschaft) oder mehrere Arbeitnehmerverbände stehen.

Der klassische Inhalt eines GAV beinhaltet Bestimmungen über den Abschluss, Inhalt und Beendigung des Einzelarbeitsvertrages (normative Bestimmungen), Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien unter sich (schuldrechtliche Bestimmungen) und Bestimmungen über Kontrolle und Durchsetzung des GAV.

Die normativen Bestimmungen eines GAV werden mit seinem Inkrafttreten Teil des Einzelarbeitsvertrages. Sie haben direkte Geltung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die selber Mitglied eines vertragsschliessenden Verbandes sind, wenn der Arbeitgeber ebenfalls am GAV beteiligt ist. Die beteiligten Arbeitgeber wenden den GAV in der Regel aber auch für nicht-organisierte Arbeitnehmende an.

Als Gegenstand der normativen Bestimmungen kann man aufzählen:

  • Lohn, 13. Monatslohn, Entschädigungen,
  • Lohnfortzahlung bei Verhinderung wegen Krankheit, Mutterschaft und Militärdienst
  • Ferien
  • Arbeitszeitvorschriften
  • Erweiterung des Kündigungsschutzes.

Ein GAV wird meistens mit einer bestimmten Laufzeit vereinbart. Während der Laufzeit besteht beidseitig Friedenspflicht.

Statistischen Angaben zu den GAV finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Statistik. Auf Verlangen aller Vertragsparteien kann ein GAV allgemeinverbindlich erklärt werden mit der Wirkung, dass der Geltungsbereich auf alle Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (auch auf die nicht-organisierten) eines Wirtschaftzweiges oder eines Berufes ausgeweitet wird.

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