Skip to main content Scroll Top

SPKF-Jahresbericht 2025

Das Jahr 2025 war weiterhin geprägt von einer hohen globalen Unsicherheit. Politische Spannungen und Uneinigkeiten innerhalb der EU, wirtschaftliche Unberechenbarkeit in den USA sowie der anhaltende geostrategische Wettbewerb zwischen den Grossmächten USA, China und Russland haben die internationale Lage zusätzlich verschärft. Im industriellen Umfeld bleibt die Situation herausfordernd, insbesondere durch strukturelle Faktoren wie den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel sowie anhaltend hohe Kosten für Energie und Produktion. Die schwache Nachfrage aus Europa und der starke Schweizer Franken belasteten zudem die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Branchen. Für die Papierindustrie ist die Lage weiterhin von einer zurückhaltenden Nachfrage und einem intensiven Wettbewerb geprägt. Dennoch eröffnen sich Chancen durch Innovation, Spezialisierung und nachhaltige Produkte.

Viele unserer Mitgliedfirmen erzielten im Berichtsjahr einen Umsatz und Absatz auf dem Niveau des Vorjahres. Die auf dem Gebiet von Verpackungen aus Voll- und Wellkarton tätige Model Group erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen konsolidierten Gruppenumsatz von CHF 936 Mio., was einer Steigerung zum Vorjahr von +8,6 % entspricht. Die Menge der Wellkartonverpackungen konnte um +3,6 % gegenüber 2024 gesteigert werden. Mit 771’000 Tonnen Verpackungspapiere wurde ein neuer Produktionsrekord erzielt. Die Perlen Industrieholding mit der Perlen Papier AG richtet sich strategisch neu aus und begegnet damit der rückläufigen Papiernachfrage. Im Fokus steht künftig die Produktion von Spezialpapieren für flexible Verpackungen, insbesondere im Lebensmittel- und Etikettenbereich.

Die Statistiken von Recycling Papier und Karton zeigen folgendes Bild bei der Auslieferung durch Schweizer Papierfabriken: Sie lieferten im vergangenen Jahr 904‘331 Tonnen Papier und Karton aus, was einem Rückgang von 5.83 % entspricht. Die Auslieferung der Zeitungsdruckpapiere sank um 13.4 % auf 267‘469 Tonnen und die anderen grafischen Papiere sanken um 13.17 % auf 99‘260 Tonnen. Hingegen schlossen die Hygienepapiere, die Verpackungspapiere und andere Papiere gleich wie im Vorjahr ab.

Seit der Gründung im Jahre 1997 ist der SPKF (ehemals ZPK) eng mit der Interessengemeinschaft Energieintensive Branchen (IGEB) verbunden. Zu ihren Gründungsmitgliedern gehörte der ZPK, weil die Papierindustrie eine ausgesprochen energieintensive Branche ist. Dementsprechend sind SPKF-Exponenten bei der IGEB an vorderster Front engagiert. Neben den hohen Energiepreisen sind die hohen Netzkosten ein Problem für die energieintensiven Firmen. Während EU-Nachbarländer ihre Industrien mit gezielten Subventionen sowie umfassenden Förderprogrammen im Energie- und Emissionsbereich unterstützen, befindet sich die Schweizer Industrie zunehmend im Wettbewerbsnachteil. Die IGEB hat sich in Gesprächen mit dem Bundesrat, Behörden sowie weiteren Wirtschaftsverbänden für die Anliegen der energieintensiven Unternehmen eingesetzt. Zudem hat sie durch gezielte Schreiben und Stellungnahmen die schwierige Lage dieser Branchen verdeutlicht und konkrete Lösungsansätze vorgeschlagen.

Der SPKF ist beim Schweizerischen Arbeitgeberverband Mitglied und via IGEB bei economiesuisse. Diese zwei Dachverbände geben der Papierindustrie auch wirtschaftlich ein Gesicht. Des Weiteren ist der SPKF Mitglied bei PEFC Schweiz. Mit der Mitgliedschaft fördert der SPKF die Waldzertifizierung im Rahmen des PEFC-Systems und engagiert sich für die Erhaltung und den Ausbau einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Der SPKF führt regelmässig Arbeitsgruppensitzungen durch, zu welchen alle Mitgliedfirmen eingeladen werden. Die Teilnehmenden schätzen den persönlichen Austausch untereinander sehr. Es gibt Arbeitsgruppen für die Personalleiter, die Arbeitssicherheit, die Produktionsleiter und den Bereich Qualität und Entwicklung.

Der SPKF hat mit der Gewerkschaft der Schweizer Papierindustrie (SPV) einen Gesamtarbeitsvertrag. Im Berichtsjahr wurde der GAV und die Zusatzvereinbarung gut angewendet. Es kam zu keinen Beanstandungen von Seiten Gewerkschaft und Arbeitgeber. Neben dem GAV existiert ein internes Handbuch zum GAV, in welchem die einzelnen Artikel genauer definiert werden bzw. die gelebte Handhabung/Auslegung der Artikel beschrieben werden.

Die arbeitsrechtliche Beratung, welche die SPKF-Geschäftsstelle ihren Mitgliedern als Dienstleistung anbietet, wurde auch im Berichtsjahr rege in Anspruch genommen. Mancherorts konnten hiermit den Betrieben kostspielige und zeitaufwendige Auseinandersetzungen vor Gerichten erspart werden.

Bei der Ausbildung der Berufsleute arbeitet der SPKF eng mit der Papiermacherschule Gernsbach (D) zusammen, wobei ein Mitglied des SPKF im Vorstand des Förderverein Papierzentrum Gernsbach (FÖP) mitwirkt. Im Jahr 2025 haben zwei Lernende aus der Schweiz die dreijährige Lehre zum Papiertechnologen bzw. zur Papiertechnologin in Gernsbach erfolgreich abgeschlossen.

Der SPKF hat in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Bildungsplan zur Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung für «Papiertechnologin/ Papiertechnologe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)» teilrevidiert. Am 1. Mai 2025 ist der neue Bildungsplan lanciert worden, bei welchem in einem letzten Schritt der Anhang 2 stark überarbeitet wurde.

Ebenfalls wurde im Berichtsjahr das Berufsinfo-Faltblatt «Papiertechnologe/Papiertechnologin EFZ» des SDBB Mithilfe der SPKF-Geschäftsstelle überarbeitet und neu gedruckt. Auf sechs Seiten erfahren interessierte Jugendliche alles Wissenswerte über diesen spannenden Beruf.

Die Geschäftsstelle hat die Website des Papiertechnologen www.papiertechnologe.ch ganz neu aufgegleist. Die Website kommt sehr jugendlich und modern daher. Es ist eine umfangreiche Seite mit vielen Informationen rund um die Lehre.